mindful solo travel diary

mindful solo travel diary

Vor etwa zwei Wochen habe ich einen Post zum Inhalt meines idealen Adventure Rucksacks veröffentlicht. Dort hatte ich schon davon geschrieben, dass ich nun noch einmal vor meinem Umzug nach Berlin an die Ostsee fahren möchte. Um Zeit mit mir selbst zu verbringen, um unbekannte Orte in den Natur zu erkunden, um mich von neuen Eindrücken inspirieren zu lassen. Mittlerweile liebe ich es alleine zu reisen. Es ist eine wundervolle Möglichkeit sich selbst und sein Leben zu reflektieren. Ich bin immer total ehrfürchtig wenn ich wieder einmal beobachte wie man sich von Reise zu Reise weiterentwickelt, wächst, lernt und mit einem mal Dinge möglich sind, vor denen man sich selbst in der Reise davor noch durch die Grenzen des Verstandes versperrt hat. Reisen macht mir immer wieder bewusst, was für ein unglaubliches Wunder das Leben eigentlich ist.

Während dieser Reise fokussiere ich mich ganz besonders darauf, achtsam zu leben. Jeden Morgen und Abend, und sogar zwischendurch schreibe ich in meinem Tagebuch am liebsten bis ins kleinste Detail auf wofür ich dankbar bin. Dankbar für alles Schöne, aber eben auch dankbar für jede Chance mich weiterzuentwickeln. Ich kann es jedem nur empfehlen, auch einmal auf eigene Faust in diese Welt hinauszugehen. Ich lerne auf die schönste Art und Weise die ich mir vorstellen könnte, vollkommen ehrlich zu sein mit der riesigen Farbpalette an verschiedenen Emotionen, Gedanken und Gefühlen, die ich als menschliches Wesen nun einmal an jedem Tag erlebe. Ich möchte mein Selbst nicht von ihnen kontrollieren und definieren lassen. Ich möchte sie einfach wie Wellen kommen und gehen lassen. Ich möchte vollkommen präsent mit mir sein, und somit auch einmal für die Zukunft lernen meine Gedanken, Gefühle und Emotionen zuzulassen ohne dass sie mich vereinnahmen, ohne dass sie mich definieren und ohne dass ich sie kompensiere.

Denn all das ist ein Teil meiner Menschlichkeit, und ich habe die Chance in diesem Leben die wundervolle Möglichkeit zu ergreifen, jede Farbe, egal wie schmerzvoll oder schön sie auch sein mag als Teil dieser menschlichen Erfahrung voll und ganz anzunehmen und auf irgendeine Art und Weise zu lieben. Sie zu lieben, aber ohne dass sie mich aufhalten, meine wundervollen Visionen und Pläne zu meiner schönsten Realität zu machen. Und was ist ein schönerer Weg das zu lernen, als einfach ein paar Tage vollkommen roh mit sich selbst ans Meer zu fahren? Ich bin einfach nur unendlich dankbar dafür, jeden Morgen in diesem einzigartigen Körper aufwachen zu dürfen und in diese Welt hinausgehen kann um all diese unendlich vielen Erfahrungen machen zu können (und übrigens auch dankbar dafür, jeden Tag daran arbeiten zu können ein Stückchen dankbarer für dieses Wunder zu werden). Manchmal sind diese Erlebnisse wie ein Spaziergang durch den Park, und manchmal sind sie eben schmerzvoll und eine Chance in deiner Beziehung mit dir selbst zu wachsen. Beides ist wunderschön.

D A Y   O N E  Nach einer holprigen Fahrstunde am Morgen ging ich noch einmal zurück in mein momentanes zuhause bis Anfang Juli und packte meinen geliebten, schwarzen Rucksack und zwei Jutebeute voll mit den Dingen die ich für diese achtsame und kreative Reise mit mir Selbst benötigen würde. Mittags radelte ich von Hamburg aus immer weiter nach Norden an die Ostseeküste. Ich fuhr an Landstraßen, in Naturschutzgebieten und anschließend durch Lübeck hin zum Meer. Während diesen langen Fahrradtouren – die aufgrund meines knartschenden Hollandrads, dass ich trotz alledem für seine Schönheit liebe, wirklich sehr lange andauern – überkamen mich so viele verschiedene Gefühle. Ich ließ sie einfach zu, hörte den friedlichen Geräuschen der Natur zu oder hörte Podcasts. Kurz bevor ich in Lübeck war setzte ich mich in einem Gewerbegebiet an den Wegrand. Irgendwie wurde ich mit einem Mal mit so einer Dankbarkeit voller Liebe für mich selbst und mein Leben eingenommen, dass ich in diesem wundervollen Zustand der bedingungslosen Annahme einfach total anfing zu weinen. Nachdem die Sonne mich beschienen hatte radelte ich weiter und fing an, die Fahrt richtig zu genießen. Die Gedanken in meinem Kopf wurden leiser und liebevoll. Ich merkte wieder einmal wie viel wunderbare Kraft ich in mir habe um die schönsten Gedanken und Glaubenssätze zu kreieren.

mindful eating In Bad Schwartau stattete ich dem Supermarkt einen Besuch ab und kaufte etwas Essen für die nächsten Tage. Ich möchte während dieser Reise lernen, ganz besonders achtsam und liebevoll zu essen. Ich möchte den Glaubenssatz ein für alle mal hinter mir lassen, dass ich es nicht kann wenn ich von Emotionen überlaufen werde oder gestresst bin. Ich kann mir vertrauen, verzeihen und genau das als menschliches Wesen jetzt lernen. Ich sehe all das emotionale Essen nun als eine wundervolle Chance an, die das mir in der Vergangenheit immer wieder und immer intensiver gezeigt hat, in welchen Bereichen des Lebens ich nicht im reinen mit mir bin und ich mir bedingungslose, akzeptierende Liebe geben möchte.

arrive Abends kam ich glücklich und zufrieren in meiner Pension an. Ich sortierte meine mitgenommenen Bücher in die Schubladen, packte meine liebsten Klamotten aus und platzierte schon einmal mein neues Sketchbook und meinen Macbook auf der Fensterbank um nach meinem Sonnenuntergangsspaziergang voller Inspiration malen und schreiben zu können. Ich wanderte zuerst dem Sonnenuntergang barfuß am Strand entgegen und anschließend auf dem Rückweg dem atemberaubenden Vollmond. Wieder in meinem Zimmer aß ich ein simples, liebevoll minimalistisch genanntes, Mix aus Gemüse, meinem liebsten Räuchertofu und frischem Obst und genoss das Essen mit Dankbarkeit. Anschließend malte ich zu entspannender Musik ein paar Rosen in mein Sketchbook bevor ich mich dazu entschloss, schlafen zu gehen und mit Gedanken an den wunderschönen Vollmond einschlief. All das klingt vielleicht wie das gewöhnlichste der Welt, aber für mich selbst ist es etwas Wunderschönes, mittlerweile alte Nervenbahnen in meinem Gehirn zu durchbrechen und erkannt zu haben, dass ich selbst entscheide wann ich schlafen gehen möchte ohne zwanghaft aus dem Mangel heraus, nicht genug zu sein oder genug getan zu haben, wachzubleiben und weiter verkrampft irgendetwas zu tun und das Ganze dann mit Essen zu kompensieren.

D A Y   T W O   Am nächsten Morgen wachte ich nach acht Stunden ausgeschlafen und voller Freude auf. Ich war dankbar für die Sonne die durch mein Fenster schien. Ich nahm mir Zeit für mein Frühstück und schrieb einen langen Tagebuch Eintrag mit all den Dingen für die ich dankbar war. Anschließend machte ich einen Spaziergang am Strand entlang zu einem Fitnessstudio um meinen Oberkörper zu trainieren. Es war nicht der Zwang, den ich noch vor zwei Jahren hatte, es tun zu müssen weil es ein Teil meiner Identität wäre, sondern eine gut gemeinte Absicht. Ich möchte das Beste damit, dass ich meinen Körper liebevoll stärke. Nach einer erfolgreichen Gymsession, neuen Postkarten und etwas Unruhe nachdem ich meinen Schlüssel in der Pension vergessen hatte und mich ausgesperrt hatte, traf ich eine Freundin von mir am Timmendorfer Strand. Wir setzen uns an den Strand und redeten. Ich bin dankbar für jede Stunde die ich noch mit dieser wundervollen, einzigartigen Seele verbringen darf bevor sie für ein Jahr nach Frankreich, und ich eben nach Berlin, Thailand und wo auch immer mich das Leben hinleiten wird, gehen werde. Ich glaube ich habe noch niemals an einem einzigen Tag so viele Glückstänze gemacht wie an diesem. Auf dem Rückweg zu meiner Pension überkam mich eine Art Unbehagen und Unwohlsein – das Menschsein eben. Ich ließ all das einfach zu und es verging überraschend schnell und ich fühlte mich schnell wieder gut. Vielleicht zeigen sogar diese kleinen Dinge, dass nach dem Regen immer wieder die Sonne kommt. Ich schwamm im Meer und malte anschließend in einem Café am Meer weiter an meinen Rosenbild während ich jeden Schluck meiner Tasse Tee genoss. Anschließend machte ich noch einmal einen abendlichen Powerwalk dem Sonnenuntergang entgegen während ich Musik hörte und den nächsten Tag plante. Später machte ich mir ein liebevolles Abendessen, entspannte mich und malte.

let feelings be Abends in der Dunkelheit überkam mich ein Gefühl der Einsamkeit und Zweifel. Und wieder entschloss ich mich dazu, diese Gefühle nicht mit Essen oder zu viel Zeit auf Social Media zu unterdrücken. Ich schaltete einen Podcast von Srimati (‘’divine throughline’’ – riesige Empfehlung) ein, ließ meine Gefühle zu und malte noch ein bisschen weiter bevor ich noch ein paar Seiten las und mich ganz bewusst mit positiven, kraftvollen Gedanken schlafen legte.

D A Y   T H R E E  Am dritten Tag wachte ich nach einem Weckerklingeln nach sechs Stunden Schlaf auf und fühlte mich erstaunlich gut und ausgeruht. Ich bin gerade dabei herauszufinden, mit welcher Menge an Schlaf es mir am besten geht und ich genau die Menge an Energie habe, die ich den Tag über haben möchte. Ich schrieb wieder in meinem Dankbarkeitstagebuch, frühstückte und nahm mir anschließend endlich wieder einmal Zeit zum schreiben. Nach einem Spaziergang zum Supermarkt stattete ich dem Gym noch einmal einen Besuch für ein kurzes und wenig intensives Beintraining ab. Es ist so schön zu sehen, wie man sich mit Liebe zum Sport motivieren kann. Ich bin unglaublich stolz auf mich, dass die Liebe für mich selbst mehr und mehr zu meiner Motivation wird Dinge zu tun. In einem Blogpost schrieb ich vor ein paar Monaten darüber, wie Angst und Mangel so lange mein Antrieb und Motivation waren. Ich merke, wie sich all das nun aufgelöst hat. Nachdem dieser Rasen nun so lange Zeit kahl war, ist es wunderschön zu sehen, wie Schritt für Schritt wieder die ersten Blumen der Liebe aus der Erde hervorsprießen. Im Postworkoutbliss spazierte ich am Strand zurück zu meiner Pension wo ich mich auf für eine Radtour fertig machte.

cycling along the coast Ich verbrachte den ganzen Nachmittag bis spät abends damit, die Ostseeküste in Richtung Fehmarn zu erkunden. Ich genoss all die Momente in der Natur und die friedliche Stille. Vollkommen erschöpft kam ich kurz vor Null Uhr wieder an meiner Pension an. Trotz der Uhrzeit hatte ein italienisches Restaurant in der Nebenstraße meiner Pension noch geöffnet. Ich ließ mir Essen zum mitnehmen zubereiten. Dem Koch dabei zuzusehen, wie er die Oliven und Tomaten für mich in kleine Stückchen schnitt war nach den Stunden auf meinem knartschenden Hollandrad wie Entspannung für mich. In meiner Pension genoss ich dann mein Abendessen und verschob das Bearbeiten der entstandenen Bilder auf den nächsten Tag um wieder einmal mit bestärkenden und kraftvollen Gedanken einzuschlafen.

D A Y   F O U R   Ein Spaziergang bei Sonnenaufgang steht momentan ganz weit oben auf meiner ‚special things to do before moving out‘ Liste. Demnach klingelte mein Wecker am letzten Tag meiner Reise pünktlich um 04:50. Ich stand kurz auf, strahlte der aufgehenden Sonne entgegen und fiel wieder zurück in mein Bett um auszuschlafen. Zumindest habe ich die aufgehende Sonne einmal gesehen. 😀 Am nächsten Morgen fühlte ich mich trotzdem als sei ich überfahren worden. Überfahren aber trotzdem glücklich – das geht tatsächlich. Ich packte all meine Sachen zusammen und schrieb mein Dankbarkeitstagebuch. Anschließend joggte ich an der Küste entlang bevor ich zumindest den Punkt meiner ‚Special things to do before moving out‘ Liste abhakte, indem ich meinen geliebten Soja Latte in einem neuen Café genoss. Ich genoss die Aussicht, arbeitete ein wenig und war einfach nur zufrieden, bevor ich meinen Arbeitsplatz dann auf den Rasen verschob und mir mit einem zweiten Sojalatte ausgiebig Zeit zum Schreiben nahm. Auf dem Weg dorthin begegnete ich sogar noch einmal dem Koch, der mir am Abend zuvor mein Essen gemacht hatte. Ich war richtig beglückt als er mich wieder erkannte und mich fragte wie es mir geschmeckt hatte. Nachmittags radelte ich dann mit einer Menge inspirierender Podcasts und Musik auf den Ohren zurück nach Lübeck. Auf dem Weg dorthin traf ich auf die liebsten Menschen die ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs waren und wir hatten zwar kurze, aber trotzdem so erfüllende Gespräche, die meinen Glauben an das Positive und die Liebe auf dieser Erde einfach nur bestärkten. In Lübeck ging es dann mit der Bahn zurück nachhause.

learnings  Während der Rückfahrt wurde ich dann mit einem mal schlichtweg umgehauen. Es ist unfassbar, wie viele Grenzen ich in meinem Kopf durchbrochen habe, wie viele meiner begrenzenden Glaubenssätze über mich selbst und das Leben ich aufgelöst und in Liebe umgewandelt habe. So viele Dinge die ich durchlebt habe machen mit einem Mal so viel Sinn. Ich könnte stundenlang über all die Dinge schreiben, die gelernt habe, oder besser noch ganze Bücher darüber schreiben. Das möchte ich hier jetzt nicht anfangen da mein Reisebericht nicht völlig ausarten soll. Dennoch, eine Sache, die mir während dieser Reise auf jeden Fall wieder bewusst wurde, ist es, dass meine Energie in diesem Moment meine Währung für die Zukunft ist. Deshalb entscheide ich mich, mein Bestes für eine liebevoll schwingende Energie gegenüber allem war das Leben mir gibt und mir selbst. Nach dieser wundervollen Reise bin ich einfach nur unendlich erfüllt mit Dankbarkeit und Liebe. Dankbar dafür dieses Leben geschenkt bekommen zu haben und die Wahl zu haben es voll und ganz zu erfahren und aus diesen Erlebnissen heraus zu kreieren. Ich bin so bereit für das, was das Leben nun als nächstes für mich bereit halten wird. Ganz gleich ob es überwiegend schöne und einfachere Zeiten sein werden die mich das Leben voll und ganz wahrnehmen und genießen lassen, oder aber ob eine herausfordernde und schmerzvolle Zeit kommen wird mit neuen Aufgaben an denen ich wachsen kann. Wie gesagt, beides ist auf seine eigene Art und Weise wunderschön. Im Leben geht es nicht darum keine schweren Zeiten zu haben, im Leben geht es darum, wie du mit diesen Zeiten umgehst und was du Neues, Wundervolles aus ihnen schöpfst. Du kannst dich dazu entscheiden, dein Leben nun als etwas anzusehen dass immer für dich passiert, niemals gegen dich. Und falls du mein ganzes Reisetagebuch bis hierhin durchgelesenen hast bin ich zutiefst beeindruckt von deinem Durchhaltevermögen und absolut berührt davon, dass ein anderer Mensch sich die Zeit dafür nimmt dss was ich kreiere zu lesen – lass es mich wissen wenn du dazugehörst!

6 Kommentare

  1. 3. Juli 2018 / 17:34

    Hallo Liebes,

    was für ein toller Beitrag, die Bilder und dein Text dazu sind so schön 🙂 Toll das du eine so ereignisreiche Zeit hattest.

    Ganz viel Liebe
    Katrin
    http://www.octobreinparis.de

  2. 6. Juli 2018 / 19:38

    Hallo meine Liebe,

    das sind wundervolle Gedanken, ich beschäftige mich momentan auch immer wieder mit dem Thema Achtsamkeit. Deine Urlaubsimpressionen gefallen mir auch sehr gut :-*

    Hab ein wunderschönes Wochenende;)
    Liebe Grüße
    Isa
    http://www.label-love.eu

  3. 6. Juli 2018 / 19:52

    Wow, es ist echt krass, wie viel positive Energie und Gedanken du hier verbreitest. Deine Lebenseinstellung ist einfach super <3

    Deine Reise hört sich nach einem ganz tollen und aufregenden Erlebnis an. 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    https://www.themarquisediamond.de/

  4. 8. Juli 2018 / 21:30

    Hört sich nach einer wundervollen und inspirierenden Reise an, liebe Lea. 🙂
    Deine Texte regen immer wieder zum Nachdenken an.
    Liebe Grüße,
    alina von http://aphotojournal.de/

  5. 10. Juli 2018 / 21:09

    Wunderbare Einstellung Liebes! ♥ Ich liebe diesen Beitrag so sehr und war richtig vernarrt im Lesen! Weiter so ♥

    Love BB Foxy
    http://www.bbfoxy.de

  6. 12. Juli 2018 / 18:14

    Das klingt alles so, so toll 🙂 Ich wohne ja relativ nah an der Ostsee und versuche jetzt nach und nach hier auch alles ganz genau zu erkunden (schließlich wohne ich erst seit letztem Jahr hier).
    Alleine bin ich allerdings noch nicht gereist und ich weiß auch nicht, wie es mir gefallen würde, aber interessant finde ich es schon.

    Ganz liebe Grüße
    Kathleen
    https://kathleensdream.de/

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