365 grateful travel days on planet earth

Nachdem ich vor einigen Tagen über das Durcheinander in meinem Leben berichtet habe, ist mittlerweile auf einem Spaziergang inmitten der grünen Bäume ganz plötzlich etwas Neues entstanden. Seit ich mit der Schule fertig bin, bin ich quasi frei. Ich kann mein Leben kreieren wie ich es möchte. Ich habe mich danach gesehnt und zeitweise gefürchtet, insgesamt war ich aber voller Euphorie in diese herrliche Erfahrung einzutauchen. Die Entscheidungen die ich momentan treffe, sind alle etwas spontan, überstürzt, und aus willkürlichen Schüben meiner Lebensenergie heraus getroffen. Aber genau so liebe es schließlich.

So kam es, dass ich in diesem Post vor ein paar Tagen detailliert erzählt habe, warum ich ich mein geplantes Jahr in Berlin, samt meinem Praktikum über den Haufen warf und kurzerhand zurück nach Hamburg in eine Wohngemeinschaft zog. Die kurze Version dieser Geschichte ist, Berlin machte mir Angst, es fühlte sich falsch an, und ich fühlte mich getrennt von meinem wahren Selbst und vor allem, meiner Kreativität. Vielleicht war ich einfach nur unglaublich ungeduldig damit, zu warten bis etwas Neues entsteht, vielleicht aber auch nicht – Vielleicht war es wirklich einfach eine falsche Entscheidung – getroffen damit mein Ego sich selbst und allen anderen etwas beweisen konnte, ich das Leben von anderen Menschen nachahmen könnte in der Hoffnung ich würde mir selbst mehr gefallen, oder einfach um den Vorstellungen der Gesellschaft zu entsprechen. In Hamburg fühlte ich mich zumindest an jedem Ort irgendwie verbunden mit mir selbst, und auch so, als würde da irgendwo in den Tiefen meines Selbst immer ein Zugang zu meiner Kreativität zu finden sein.

Zurück in Hamburg überkamen meinen verwirrten Geist die verschiedensten Fragen: ‘‘War das wirklich ein Grund um in Hamburg zu bleiben?”, ”Ist die Vorstellung, dass meine Kreativität nur an dem Ort, an dem ich geboren bin nicht ein bisschen verängstigt und beschränkt?”, ”War ich nicht eh schon überhaupt nicht mehr zurechnungsfähig, geschweige denn im Stande eine halbwegs klare Entscheidung zu treffen?’‘ aber vor allem; ”War das wirklich das Leben, das ich leben wollte?’

Vielleicht würde das kommende Jahr in Hamburg wirklich eine nette Erfahrung werden. Ich plante bereits, das Leben in meiner ersten Einzimmerwohnung mit mir selbst zu genießen. Ich plante, in einem inspirierenden Vollzeitjob zu arbeiten, mit dem nach der Arbeit noch jede Menge Energie für die kreativsten Nächte hätte. Ich wollte friedlich meinen Sport machen, an der Alster spazieren gehen, meine alten Freundschaften pflegen,Lesen und all den anderen Dingen nachgehen die mein Herz mit Freude für das Leben erfüllen. Aber hey – ich wollte auch neue Dinge ausprobieren und neue Menschen kennen lernen – wohlgemerkt deshalb, damit auch ohne eine neue Stadt zumindest Etwas neu war, das mich herausfordern und eine Chance zum Wachstum sein würde. Alles in einem werde es ein nettes, friedliches Jahr erfüllt von Kreativität werden.

Vor ein paar Tagen holten mich die Zweifel wieder ein. Wieder mit der Frage ”Ist das wirklich das Leben, dass du leben möchtest?”. Ich habe so einen Drang, dieses unbegreifliche Universum so sehr kennen zu lernen, wie es mir mit der wertvollen Zeit die mir als menschliches Wesen gegeben wurde, eben möglich ist. Da sind so viele einzigartige Orte die ich kennen lernen möchte, da sind so viele verschiedene Perspektiven auf diese Welt, da sind so viele verschiedene Arten zu leben, da sind so viele Menschen die ich noch nicht kennen gelernt habe und so viele Bücher die ich noch nicht gelesen habe. Meine Zeit hier auf diesem Planeten ist unfassbar wertvoll, und ich möchte jede Möglichkeit nutzen, so viel verschiedenes zu erfahren und zu lernen wie nur möglich.

Warum sollte ich es mir also gerade jetzt wieder in Hamburg gemütlich machen? In der Stadt, in der ich seit 18 Jahren wohne. Eine Stadt, die mir so vertraut ist, dass ich sogar in der gruseligsten Ecke irgendwo noch meinen Komfort finden kann? Das war doch irgendwie ziemlich paradox. War das wirklich das Leben dass ich Leben wollte, oder war es doch wieder mein inneres Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit, dicht gefolgt von meiner inneren Sehnsucht nach Anerkennung in diesem System dass sich Gesellschaft nennt?

Und so kam es, dass ich mich dann während eines Spaziergangs entlang der grünsten Bäume, mich aus dem Bauch heraus dazu entschied, dieses einzigartige Jahr durch die Welt zu reisen. Loszulassen von allem, und all das über die Welt und mich selbst zu verlernen, dass ich glaube zu wissen. Mich von dem zu lösen was scheinbar richtig oder falsch ist. Ich hege die herrliche Vorstellung, wie ich mit all den neuen Erfahrungen auf diesem Planeten auch in die verschiedensten Schichten des Universums eintauchen werde.

Und nun geht am 5. August mein Flug nach Australien. Ich werde dieses Jahr damit verbringen, diese Welt auf die alle nur denkbaren Weisen zu erfahren. Ich werde an den verschiedensten Orten arbeiten, das Leben an den unterschiedlichsten Plätzen erfahren, einzigartige Menschen und mich selbst neu kennenlernen, morgens dem Sonnenaufgang entgegenlaufen. Ich bin mir ganz sicher, dass es eine wunderbare Entscheidung ist, dass ich ganz sicher herausgefordert sein werde, und dass ich nicht nur lernen und wachsen werde, sondern auch inmitten all den verschieden Erfahrungen auf dieser Welt auch näher zu meinem Selbst finden werde. Ein Selbst, das von dieser Flut an Eindrücken, Herausforderungen und Wachstum in eine ganz neue, noch viel schönere, kreative Schöpferkraft kommen wird. Ich bin voller Dankbarkeit für alles, aber vor allem dafür, die unermessliche Vielfalt des Lebens voll und ganz erfahren zu dürfen. Dankbar für jeden einzigartigen Tag, an dem ich mit unendlich vielen Möglichkeiten aufwache.

Meine Reise beginnt in Sydney. Und dann werde ich schauen. In meiner Vorstellung sehe ich mich schon die verschiedensten Erkundungen über das Leben und mich selbst in ganz Australien machen. Frei von dem System, in das ich hineingeboren wurde, trotz all meinen inneren Überzeugungen und Ängsten. Ich plane meine Zeit auf in dieser Welt nicht im Voraus, aber neben Australien möchte ich auch Indonesien, Thailand, Nepal oder Neuseeland so gerne kennenlernen. Mal sehen wohin das nächste Jahr mich führen wird. Fest steht nur, dass mein Abendteuer in Sydney beginnen wird, und, dass ich an den verschiedenen Orten wirklich leben möchte. Ich möchte all die verschiedenen Seiten des Lebens in mich aufsaugen und jeden einzelnen Tag voll und ganz auskosten.

Und daraufhin kam mir dann Idee, dieses aufregende Jahr, jeden einzelnen Tag voller Dankbarkeit auf diesem Blog zu reflektieren. Ich werde all die Eindrücke jedes einzelnen Tages teilen, schreiben was ich erlebt habe, welche Menschen ich getroffen habe, was ich gelernt habe, und vor allem, wofür ich dankbar bin. Neben meinen regulären Posts auf der Hauptseite meines Blogs, wird es nun unter der Kategorie ”365 grateful travel days” also ab dem 5. August jeden Tag auch eine wundervolle Art der des Reisetagebuchs geben. Ich bin voller Vorfreude, all diese Erkundungen des Lebens hier zu teilen.

Was habt ihr nach der Schule gemacht, oder wie plant ihr, euer Leben nach der Schule zu kreieren? Falls einen von euch auch der Drang, dieses Leben voll und ganz zu erfahren, nach Australien führen wird, schreibt mir doch eine E-Mail und wir können uns auf der anderen Seite der Welt kennen lernen, und diesen Planeten gemeinsam erkunden.

10 Kommentare

  1. 18. Juli 2018 / 13:15

    Wow das ist ja wirklich eine große Entscheidung die du getroffen hast! Aber das wichtigste ist, dass du dich damit wohl fühlst 🙂
    Ich bin schon total gespannt von dir zu hören und es wäre so so cool, wenn sich unsere Reisen am anderen Ende der Welt kreuzen würden und wir uns treffen könnten! 🙂

    Liebste Grüße
    Pauline <3

    http://www.mind-wanderer.com

  2. 18. Juli 2018 / 14:55

    Tolle Entscheidung und Dankbarkeit ist der Schlüssel zu allem! Man vergisst das zwischen dem Alltag und den vermeintlichen Sorgen, da man hat so schnell… Bin total gespannt auf deine Begegnungen, Erlebnisse und Eindrücke auf dieser Reise – wird eine großartige Zeit. In Sydney war ich auch nach meinem Abitur, die Stadt ist so beeindruckend!

    xx Kim

  3. 18. Juli 2018 / 21:32

    Okay ich bin definitiv etwas neidisch! Wie gerne ich auch eine Weltreise machen würde, wirklich toll. Ich wünsche dir ganz viel Spaß, genieß die Zeit und sammle so viele Erfahrungen wie es nur geht. Ich freue mich schon unheimlich auf deine Beiträge zu dem Thema!

    Ganz liebe Grüße – Marlena von http://www.sparklingmind.de

  4. 19. Juli 2018 / 08:21

    Bis auf Neuseeland war ich schon an allen Orten und du wirst sie lieben! Ich habe mein Herz ja in Sydney verloren, der tollste Ort der Welt!

    Schaue doch gerne auf meinem Blog vorbei für tolle Outfits, vegane Rezepte und sogar ein kostenloses veganes E-Kochbuch!

  5. 19. Juli 2018 / 08:45

    Ich wünsche dir eine ganz wundervolle Reise! Ich bin mir sicher, dass das ein außergewöhnliches und spannendes Jahr für dich werden wird!
    Und es bietet sich wohl auch irgendwie keine Zeit mehr so sehr für so eine Reise an wie die nach der Schule… !

  6. 19. Juli 2018 / 11:18

    Das ist bestimmt die beste Entscheidung! Ich wuenschte ich haette das auch direkt nach der Schule gemacht. Habe aber direkt meine Ausbildung begonnen, da ich damals mit meinem ersten Freund zusammen war, konnte ich es mir auch deswegen nicht vorstellen, so lange mein Zuhause zu verlassen. Aber das Fernweh hat mich immer geplagt und so habe ich dann mit Mitte 20 erst unbezahlten Urlaub genommen und mehrere Monate durch Australien zu reisen, danach war ich so angefixt, dass ich kurz darauf meinen festen Job einfach ins blaue gekuendigt habe und nach Portugal und Spanien gegangen bin um dort zu leben und zu arbeiten. Im Ausland zu arbeiten und Geld zu verdienen ist kein Zuckerschlecken, vielleicht schreibe ich darueber auch mal was auf dem Blog, aber es war einfach so eine gute Erfahrung fuer mich diese Zeit zu erleben. Bin schon sehr gespannt und freue mich auf Dein travel diary. Liebe Gruesse und alles Gute, Jennifer von https://fashionistasfairytale.blogspot.de/

  7. 19. Juli 2018 / 14:52

    Wow, tolle Entscheidung! Ich bin gespannt was du über dein Jahr berichtest & wünsche dir jetzt schon Mal ganz viel Spaß & viele tolle Erfahrungen! 🙂
    Ich habe nach meinem Abi auch erst mal ein Jahr Auszeit vom Lernen gebraucht und habe dann ein FSJ gemacht, auch wenn ich gern gereist wäre. 😀
    Liebe Grüße,
    Alina von https://aphotojournal.de/

  8. 20. Juli 2018 / 10:26

    Liebe Lea Christin,
    Ich finde das Du extrem mutig bist! Ein ganzes Jahr lang zu verreisen wird ganz bestimmt eine wunderbare Erfahrung für Dich sein. Du wirst so viele neue Orte, Menschen und Erfahrungen kennenlernen – es wird Dich als Person verändern und vor allem weiterbringen. Ich hatte leider noch nie die Chance ein ganzes Jahr zu verreisen, aber es steht ganz oben auf meiner Bucket-Liste, vor allem möchte ich das machen bevor ich eine Familie gründe.

    Australien ist wunderschön! Das Klima ist sehr angenehm, die Menschen sind ausgesprochen freundlich und die Landschaft ist einfach sagenhaft. Wenn du magst, kannst du mir gerne schreiben bezüglich Australien. Ich war einen ganzen Monat dort und bin von Brisbane aus in den Norden gereist. Eventuell kann ich dir sogar ein paar Tipps geben. Vielleicht habe ich bis du verreist auch endlich einen Beitrag über meine vier Wochen Australien erfasst, haha.

    Deine weiteren Reiseziele, finde ich auch unglaublich cool! Hach, ich bin so neidisch auf dich aber ich freue mich gleichfalls für dich das du so etwas tolles machen kannst, haha.

    Liebe Grüsse,
    Sarah Marie / http://www.xoxsarahmariex.com

  9. 20. Juli 2018 / 10:48

    Wow! Was für eine tolle Entscheidung! ich hoffe doch du wirst hier weiter über alles berichten 🙂
    Liebe Grüße
    Sarah

  10. 20. Juli 2018 / 21:49

    Ich wünsche dir ganz viel Spaß und viele schöne Erfahrungen und Erlebnisse (:

    Lieber Gruß ❤

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