my return to creativity

Nach so einer langen Zeit ohne einen einzigen Blogpost ist es immer ein bisschen seltsam wieder neu anzufangen. In den letzten Monaten, oder überhaupt in dem einen Jahr nach dem Abitur ist eine Menge passiert. ”Your past is not your future” ist momentan der einzige Satz der mich in stressigen Momenten momentan halbwegs ruhig bleiben lässt – meistens zumindest.

Denn in den letzten Monaten lief eigentlich rein gar nichts wie geplant. Vor einigen Monaten bin ich ans andere Ende von Deutschland gezogen um dort anzufangen zu studieren. Nach kurzer Zeit gestand ich mir ein, dass ich mich irgendwie selbst nicht mit ins Gepäck genommen hatte und mein von Angst getriebenes Ego das Steuer meines Lebens restlos übernommen hatte. Eigentlich mochte ich es immer alleine zu sein – doch in München fühlte ich eine schmerzende Einsamkeit die unerträglicher war als alles was ich jemals zuvor erlebt hatte – es war als hätte ich mich selbst im Stich gelassen. Wie bei so viele andere Menschen drückt sich mein Ego immer wieder in Selbsthass, Depressionen und Essstörungen jeglicher Art aus – so war es auch dieses Mal. Nach gerade einmal zwei Monaten Studium in München packte ich eines Abends überstürzt meine Sachen und kam zurück nach Hamburg um dem mir selbst erbauten mentalen Gefängnis zu entkommen. Hamburg war schon immer ein sicherer Ort für mich und der Teil in mir der Leben wollte, war entschlossen sich selbst zu befreien. Doch schneller als ich es überhaupt realisieren konnte bürgte mein Ego sich wieder eine neue Erwartung nach der anderen auf um voller Angst und Schuldgefühle all das was dieses Jahr nicht so lief wie vorgestellt irgendwie zumindest halbwegs wieder gut zu machen – Selbsthass war da natürlich wie eh und je mein einziger Antrieb.

Die ganze Geschichte endete in einem Sumpf an Wochen im Bett in denen meine Gedanken nicht weiter denken konnten als wie ich mir am besten das Leben nehmen könnte. Ich wollte wirklich nicht mehr. Irgendwo in all dem Grauen kam mir irgendwann zwischen all den Selbstmordgedanken die Idee, dass mein Leben vielleicht gar nicht so unerträglich wäre, wenn ich nicht so krampfhaft an all den Vorstellungen wie mein Leben hätte verlaufen sollen, festhalten würde. Ich sah wie stark ich mich mit aller Kraft gegen die Vergangenheit wehrte. War Selbsthass eventuell mein hoffnungsloser Versuch mich zu bestrafen um es wieder gut zu machen? Irgendwie sah ich plötzlich wieder, dass das Leben wieder schöner wäre wenn ich das jetzt akzeptiere und die Schuld all der Erwartungen die ich an die Vergangenheit hatte und all den Erwartungen die ich jetzt an die Zukunft habe, loslasse und jetzt, einen Tag nach dem anderen, einfach wieder voller Präsenz anfange zu leben. Nur weil mein Leben und ich beide zusammen ein absolutes Chaos sind, und keinesfalls den Vorstellungen entsprechen, die mein Ego all die Jahre gehegt hat, heißt das doch nicht dass ich mich nicht mehr kreativ ausleben sollte bis alles wieder den Erwartungen meines Egos entspricht die eh niemals erfüllt sein werden – was für eine verrückte Illusion!

Ich habe einen langen Weg vor mir, wie viele Menschen auf diesem Planeten. Wenn man die Vorstellungen wie dieser Weg aus der Dunkelheit auszusehen hat loslässt, ist es mit Sicherheit schöner ihn zu gehen. Nun ja, am Ende bin ich meist an den Tagen präsenter und glücklicher, an denen ich ohne übertrieben hohe Ansprüche meiner Kreativität folge und die Dinge aus dem Herzen heraus erschaffe. Eines der Herzstücke meiner Kreativität war immer das Schreiben – und daher ist dieser Post ist so etwas wie ein Neuanfang – ganz ohne gruselige Erwartungen und Ansprüche wie irgendetwas zu sein hat, sondern einfach, weil es mehr Freude bereitet etwas zu kreieren als es nicht zu tun. (mit den Bildern geht noch eine große Liebeserklärung an meinen Kater Baluki raus – die Seele die mich sozusagen täglich auch an den schlimmsten Tagen in meinem selbsterbauten Gefängnis besucht hat)

 

1 Kommentar

  1. 28. Juli 2019 / 20:40

    Liebe Lea,

    schön, wieder was von dir zu hören!
    Und es tut mir wirklich Leid, dass es mit München nicht so geklappt hat, wie du es dir gewünscht hast-Vorstellung und Realität sind leider oft zwei ganz verschiednen Paar Schuhe. Ich hoffe du gibst nun auf dich Acht und hast Ansprechpartner, die dir helfen, mit dieser schwierigen Situation klar zu kommen. Sei nicht so streng mit dir und gib dir Zeit, alles zu ordnen und stabiler zu werden (denn das Leben ist sehr stürmisch!).

    Liebste Grüße
    Elisa

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