an august for love of self and life

an august for love of self and life

Nachdem ich die letzten Monate mental eine ziemliche Talfahrt durchlebte, habe ich nun – besser spät als nie -erkannt, dass das liebevolle Grundgerüst, das ich mir vor drei Jahren mit so viel Geduld aufgebaut hatte, schon lange wieder wie ein Kartenhaus in sich zusammen geklappt war. Ich war hart mit mir selbst und versuchte immer und immer wieder vergebens, fehlende Selbstakzeptanz und Liebe mit großartigen Plänen und Zielen die ich mir im Außen setzte irgendwie wieder zu reparieren. ”Das wird schon wieder werden”, sagte ich mir Tag für Tag, wenn ich wieder einmal mit meinem tief sitzenden Selbsthass in Berührung kam. ”Wenn ich das erstmal in mein Leben gezogen habe, dann werde ich ganz sicher auch wieder ins Reine mit mir kommen”. Falsch gedacht – die Gegenwart blieb für mich kaum auszuhalten. Mich auch nur einen Tag lang selbst zu ertragen glich der Vorstellung der Albträume, die mich Nacht für Nacht plagten – meine Lösung? mich einfach keinen Tag lang selbst zu ertragen und das Bett einfach gar nicht mehr zu verlassen. Exzessives Schlafen und das Internet waren meine Flucht vor der von mir selbst erschaffenen Realität die meine dunkelsten Gedanken widerspiegelte. Vielleicht klingt es dramatisch, aber die meiste Zeit in der ich dann doch mal nach zwölf – oder oft auch mal sechzehn – Stunden aufwachte, wimmerte ich in mein Kissen und dachte darüber nach wie ich mein Leben mit dem wenigsten Aufwand beenden könnte – meine Gedanken kreisten und kreisten wie eine Spirale immer weiter herab – einen Ausweg sah ich für mich nicht – denn meine Gedanken hatten mich sogar felsenfest davon überzeugt, dass ich definitiv keine Kraft haben würde eines meiner zahlreichen Selbsthilfebücher überhaupt auch nur aufzuschlagen.

Wenige Wochen nach meiner chaotischen Rückkehr von München nach Hamburg – die Rückkehr, die ursprünglich die Rettung und die Lösung für all die hasserfüllten Gedanken über mich selbst bedeuten sollte – wollte ich also schon wieder weg – am besten sofort. Ich war überzeugt davon, dass mir das Aufstehen bestimmt wieder leichter fallen würde, sobald ich mich in einer anderen Stadt – oder besser noch: in einem anderen Land – wiederfinden würde. Es war wirklich wieder eine sehr seltsame Idee. Bloß, dass ich das Muster dieses Mal tatsächlich erkannte.

Wollte ich das selbe Muster wirklich noch stur ein weiteres Mal wiederholen? Nein, eigentlich wollte ich das wirklich nicht – eigentlich wollte ich glücklich werden – eigentlich wollte ich auf dem Weg in Richtung Frieden nach neunzehn Lebensjahren endlich mal irgendeinen Schritt nach vorne machen. Klar, die Welt ist voller wunderbarer Möglichkeiten. Doch mittlerweile habe ich eingesehen dass ich all diese Möglichkeiten nur dann wirklich für mich nutzen kann, wenn ich mir in meinem Leben ein Grundgerüst erbaue, das auf Liebe – nicht auf Angst und Hass entstanden ist. Ein Grundgerüst, mit der meine Zukunft mir einen Ausblick auf das schönste Wachstum – und nicht auf eine schon vorher zum Scheitern verurteilte Fluchtmöglichkeit aus meinem tiefsten Selbsthass heraus bietet. Die Zukunft bietet tolle Ziele die meiner menschlichen Erfahrung auf diesem Planeten durchaus einen Sinn geben können – der glorreiche Ausbruch aus einem mentalen Gefängnis kann sie dagegen niemals sein.

Wenn ich in Frieden leben möchte – mit einer Zukunft als bedeutsame Möglichkeit für menschliches Wachstum – dann ist genau jetzt die beste Zeit mit ein neues Grundgerüst aufzubauen. Ein Grundgerüst, das sich seiner Vollkommenheit und seinem unschätzbaren Wert bewusst ist. Ein Grundgerüst, das nicht ständig versucht sich selbst mit Leistungen und in der Zukunft gesetzten Plänen zu vervollständigen. Ich habe den festen Entschluss gefasst, den kommenden Monat der Heilung meiner Gedanken und somit meinem Leben zu widmen. Ich entscheide mich dafür die Arbeit zu machen, vor der es mir am meisten graut. Die unangenehme Arbeit, bei der mein Verstand immer und immer wieder versucht, mich davon zu überzeugen, sie mit einem weiteren Umzug direkt überspringen zu können – Schluss damit! Der August wird ein Monat werden, in dem ich mich vollkommen auf meine Heilung konzentrieren werde. Vor genau drei Jahren habe ich schon einmal einen ”August of gratitude” gemacht, und dieses Jahr wird es eben ein ”August for love of self and life”. Und wer weiß – vielleicht bin ich mir bereits nach diesem einen Monat schon wieder ein Stück klarer darüber, wie ich meinen Geist während dieser menschlichen Erfahrung am liebsten zum Ausdruck bringen möchte.

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